Direktversicherung (bAV)

Die Direktversicherung ist die verbreitetste Form der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland – und zugleich eine der effizientesten für Arbeitnehmer, die steuer- und sozialversicherungsbegünstigt vorsorgen möchten. Bei der Entgeltumwandlung fließen Beiträge direkt aus Ihrem Bruttogehalt in die Altersvorsorge, noch bevor Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden.

Beispiel zur Orientierung (Stand 2026)

Beispiel zur Orientierung (Stand 2026)
PositionBetrag
Bruttogehalt3.500 €
Entgeltumwandlung200 €
Nettoaufwand (Modellspanne)ca. 80–100 €
Gesetzlicher Arbeitgeberzuschuss (15 %)+ 30 €
Beitrag in die Direktversicherung230 €

Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Förderung 2026

Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Förderung 2026
FörderungMonatlichJährlichRechtsgrundlage
Steuer- und sozialversicherungsfreibis 338 €bis 4.056 €§ 3 Nr. 63 EStG / § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV
Zusätzlich nur steuerfreiweitere 338 €weitere 4.056 €§ 3 Nr. 63 Satz 1 EStG
Insgesamt steuerfreibis 676 €bis 8.112 €8 % der BBG

Wichtige Grenzwerte auf einen Blick

Wichtige Grenzwerte auf einen Blick
ThemaWert 2026
Arbeitgeberzuschuss15 % des umgewandelten Entgelts (soweit SV-Ersparnis)
Freibetrag Krankenversicherung auf Betriebsrenten197,75 € / Monat (§ 226 Abs. 2 SGB V)
Monatliche Bezugsgröße3.955 €

Was die Entgeltumwandlung später und im Krankheitsfall kostet

Was die Entgeltumwandlung später und im Krankheitsfall kostet
Leistung / SituationAuswirkung der Entgeltumwandlung
Gesetzliche RenteEtwas niedrigere Entgeltpunkte
Krankengeld (ab 7. Woche)Kann sinken (§ 47 SGB V)
Arbeitslosengeld IKann sinken (§ 151 SGB III)
ElterngeldKann sinken (orientiert sich am Netto)
Lohnfortzahlung (erste 6 Wochen)In der Regel unberührt

Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in der Auszahlung

Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in der Auszahlung
SituationBehandlung in der Krankenversicherung 2026
Pflichtversicherte / KVdRFreibetrag 197,75 € / Monat – nur der Betrag darüber wird verbeitragt
PflegeversicherungKein Freibetrag – volle Verbeitragung oberhalb der Freigrenze
Mehrere BetriebsrentenWerden zusammengerechnet
KapitalauszahlungWird als 1/120 der Summe über 10 Jahre angesetzt (§ 229 SGB V)
Privat KrankenversicherteKeine einkommensabhängigen GKV-Beiträge auf die Betriebsrente

Vorteile der Direktversicherung

Die Direktversicherung ist die verbreitetste Form der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Bei der Entgeltumwandlung fließen Beiträge direkt aus Ihrem Bruttogehalt in die Altersvorsorge, noch bevor Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Bei einem Bruttogehalt von 3.500 € kostet eine Einzahlung von 200 € brutto oft nur 80–100 € netto. Dazu kommt der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 %.

Steuerliche Förderung 2026: Bis zu 4 % der BBG (338 € / Monat) steuer- und sozialversicherungsfrei. Weitere 4 % nur steuerfrei. Gesamtmaximum: 676 € / Monat steuerfrei möglich.

Häufige Fragen zur Direktversicherung (bAV)

Was ist eine Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), bei der der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und Beiträge zugunsten des Arbeitnehmers in einen Rentenversicherungsvertrag einzahlt (Entgeltumwandlung). Der Arbeitnehmer ist versicherte Person und hat das Bezugsrecht. Es gibt arbeitnehmer- und arbeitgeberfinanzierte Varianten.

Wie wird die Direktversicherung finanziert?

Arbeitnehmerfinanziert: Ein Teil des Bruttogehalts wird per Entgeltumwandlung in Beiträge umgewandelt. Arbeitgeberfinanziert: Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich eigene Beiträge. Mischformen sind verbreitet und oft besonders attraktiv.

Wie hoch ist die steuerliche Förderung?

Beiträge aus dem ersten Dienstverhältnis können nach § 3 Nr. 63 EStG gefördert werden: bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei. Die ersten 4 % sind steuer- und sozialversicherungsfrei (2026: 338 € / Monat), die nächsten 4 % nur steuerfrei.

Wie werden Leistungen später besteuert?

Die Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung nach § 22 Nr. 5 EStG. In der GKV werden bAV-Leistungen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt. Im Ruhestand ist die Steuerlast meist deutlich niedriger als in der Erwerbsphase.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss?

Für alle Verträge (seit 2022 auch Bestandsverträge) gilt: mindestens 15 % Zuschuss, soweit der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Viele Arbeitgeber geben mehr – das lohnt sich zu verhandeln.

Was passiert bei einem Jobwechsel?

Bei Arbeitgeberwechsel kann der neue Arbeitgeber den Vertrag übernehmen, ein neuer Vertrag mit Übertragung des vorhandenen Kapitals abgeschlossen werden, der Vertrag privat weiter bespart oder beitragsfrei gestellt werden. Direktversicherungen sind insolvenzgeschützt.

Wer ist im Todesfall begünstigt?

Nach § 3 Nr. 63 EStG typischerweise in dieser Reihenfolge: Ehegatte, eingetragener Lebenspartner, Kinder mit Kindergeldanspruch. Abweichend können Lebensgefährten in häuslicher Gemeinschaft oder frühere Ehegatten namentlich begünstigt werden. Bei niemand Begünstigtem kann über die Sterbegeldregelung bis 8.000 € an eine benannte Person gehen.

Wie wirkt die bAV beim Bürgergeld?

Nach Unverfallbarkeit wird das bAV-Vermögen in der Ansparphase nicht auf Bürgergeld angerechnet. Im Rentenbezug bleibt eine zusätzliche Altersrente bis zu 50 % der Regelbedarfsstufe 1 (SGB XII) anrechnungsfrei.

Für wen lohnt sich die Direktversicherung?

Grundsätzlich für alle Beschäftigten – nicht nur für Besserverdiener. Besonders attraktiv für Arbeitnehmer, die ihren Steuervorteil durch die Entgeltumwandlung nutzen und gleichzeitig vom Arbeitgeberzuschuss profitieren möchten. Die Kombination aus Steuerersparnis und Arbeitgeberbeitrag macht die bAV besonders effizient.

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