Die Rentenreform 2027 bringt erhebliche Veränderungen für Ihre Altersvorsorge. Wir erklären die neuen Regeln, Chancen und Risiken für Ihre Vermögensplanung.
Ab dem 1. Januar 2027 ist Schluss mit neuen Riester-Verträgen. Das Altersvorsorgedepot übernimmt die bisherige Riester-Rolle in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Bestehende Riester-Policen laufen weiter.
Riester war nie als Allheilmittel gedacht
Die Riester-Rente wurde als Ergänzung konzipiert. Besonders für Menschen mit geringem Einkommen (bis ca. 30.000 €) und Kindern war Riester bis Ende 2026 oft eine sehr gute Lösung. Grundzulage 175 € pro Jahr, Kinderzulage 300 € (ab 2008) bzw. 185 € (bis 2007).
Die wichtigsten Unterschiede: Riester vs. Altersvorsorgedepot
| Kriterium | Riester-Rente | Altersvorsorgedepot ab 2027 |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 € fix | bis zu 540 € |
| Beitragsgarantie | 100 % verpflichtend | optional (80 % oder 100 %) |
| Anlageform | oft sicherheitsorientiert | Fonds & ETFs |
| Frühestmöglicher Abruf | ab 60/62 | in der Regel ab 65 |
| Lebenslange Rente | ja, 70 % mindestens | optional; sonst bis 85 |
Neue Förderung – aber längere Wartezeit
Wer vor 65 in Rente gehen will, hat nur bedingten Nutzen des neuen Depots. Die Lockerung der Beitragsgarantie eröffnet mehr Renditechance für alle mit genug Zeit bis 65.
Aus Leibrente wird ggf. Zeitrente
Im neuen Altersvorsorgedepot gibt es eine lebenslange Leibrente nur noch bei Angeboten eines Versicherers. Bei Renten aus Banken und Brokern endet die Zahlung voraussichtlich mit 85.
Der Staat als neuer Anbieter
Das Standarddepot des Staates bleibt noch unbekannt. Ein wirklich globales, chancenorientiertes Modell wie bei freien Fondsanbietern ist nicht zu erwarten.
Praxis-Fazit
- Wer vor 65 aufhören will: Neue Förderung im bestehenden Riester-Vertrag prüfen.
- Wer lange Zeit und Kapitalmarkt-Affinität mitbringt: Altersvorsorgedepot meist besser.
- Wer absolute Planungssicherheit sucht: Bleibt bei echter Leibrente.