Was eine BU leistet, worauf es bei den Klauseln ankommt und warum die Gesundheitsfragen entscheidend sind.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können. Sie schützt Ihre Arbeitskraft – Ihren größten Vermögenswert.
Was ist Berufsunfähigkeit – und was nicht?
Berufsunfähigkeit heißt: Sie können Ihren zuletzt ausgeübten Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben. Maßgeblich ist Ihr konkreter Beruf – nicht irgendein theoretisch möglicher anderer. Jeder vierte Berufstätige wird laut Statistik vor dem Renteneintritt berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen (30 %), Rücken und Gelenke (20 %) und Krebs (17 %).
Was zahlt die BU?
Bei anerkannter Berufsunfähigkeit zahlt die BU eine monatliche Rente – zum Beispiel 2.000 € – so lange, bis Sie wieder arbeiten können oder die Versicherungslaufzeit endet. Als Faustregel gilt: 70–80 % des Nettoeinkommens absichern.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Was passiert, wenn ich keine Berufsunfähigkeitsversicherung habe?
Als Angestellter erhalten Sie zunächst bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld (ca. 70 % des Bruttogehalts, maximal 78 Wochen). Danach greift nur noch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente – und die nur unter sehr strengen Voraussetzungen (weniger als 3 Stunden täglich arbeitsfähig). Die Prüfung dauert oft viele Monate und die Rente liegt meist deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen. Ohne private BU entsteht daher schon nach wenigen Monaten eine große finanzielle Lücke.
Was sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit?
Unfälle spielen eine deutlich kleinere Rolle als viele denken. Die häufigsten Ursachen sind: Psychische Erkrankungen (ca. 35–38 %), Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats (ca. 17 %), Krebs und bösartige Tumore (ca. 17–19 %), Unfälle (ca. 7–8 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ca. 6 %). Mehr als jede dritte Berufsunfähigkeit hat psychische Ursachen – unabhängig vom Beruf.
Wie oft wird eine BU-Rente tatsächlich gezahlt?
Laut aktuellen Zahlen des GDV werden rund 80 % aller Leistungsanträge bewilligt. Das bedeutet: In vier von fünf Fällen zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente. Die Prüfung dauert durchschnittlich 3 bis 6 Monate. Liegen alle Unterlagen vollständig vor, trifft der Versicherer meist innerhalb von 10 Tagen eine Entscheidung.
Was sind die häufigsten Gründe für eine Ablehnung?
Die häufigsten Ablehnungsgründe sind: Grad der Berufsunfähigkeit unter 50 % (ca. 44 %), keine weitere Reaktion im Prüfverfahren / fehlende Unterlagen (ca. 25 %), Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht (ca. 10 %). Die Ablehnungsquote ist damit deutlich geringer, als viele Menschen befürchten.
Wie häufig ist Berufsunfähigkeit überhaupt?
Statistisch wird etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Das Risiko ist damit deutlich höher, als die meisten vermuten. Betroffen sein können Menschen in jedem Alter und in nahezu jedem Beruf – auch bei einem vermeintlich ungefährlichen Büroarbeitsplatz.
Was versteht man unter Berufsunfähigkeit?
Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn jemand aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer zu mindestens 50 % außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben. Maßgeblich ist der eigene Beruf – nicht irgendein beliebiger anderer.
Was zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Bei Berufsunfähigkeit zahlt die BU eine monatliche Rente – z. B. 2.000 € – so lange, bis Sie wieder arbeiten können oder die vereinbarte Laufzeit endet. Die Höhe legen Sie beim Abschluss fest.
Wann leistet die BU – und wann nicht?
Die BU leistet, wenn Sie aufgrund von Krankheit oder Unfall Ihren Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können. Sie leistet in der Regel nicht bei vorsätzlicher Selbstbeschädigung oder wenn der Leistungsfall bereits bei Vertragsabschluss bekannt war und nicht angegeben wurde.
Warum reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht?
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zahlt nur dann die volle Rente, wenn man weniger als 3 Stunden täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kann – egal in welchem Beruf. Wer seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, aber theoretisch noch 3–6 Stunden einer anderen Tätigkeit nachgehen könnte, erhält nur die halbe Rente oder gar nichts.
Kann ich meinen BU-Vertrag später anpassen?
Ja, wenn der Tarif eine Nachversicherungsgarantie enthält. Dann können Sie die BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen – bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt, Gehaltserhöhung oder Immobilienkauf.
Wie lange sollte die BU laufen?
Idealerweise bis zum Renteneintrittsalter (heute 67 Jahre). Kürzere Laufzeiten sind günstiger, lassen aber eine Lücke. Ich zeige Ihnen die Kosten verschiedener Laufzeiten transparent im Vergleich.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel gilt: 70–80 % des Nettoeinkommens. Bei einem Nettoeinkommen von 2.500 € wären das ca. 1.750–2.000 € monatlich. Laufende Kosten wie Miete, Kreditraten und Lebenshaltungskosten sollten damit gedeckt sein. In meiner Beratung rechne ich gemeinsam mit Ihnen den tatsächlichen Bedarf aus.
Was ist der Unterschied zwischen BU und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
Die BU schützt Ihren konkreten Beruf – sie zahlt, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben können. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) zahlt erst, wenn Sie überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen können. Die BU ist daher der weitaus stärkere Schutz.
Worauf kommt es bei den Klauseln an?
- Keine abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf Sie nicht auf irgendeinen anderen Beruf verweisen. Nur Tarife ohne abstrakte Verweisung empfehlenswert.
- Nachversicherungsgarantie: BU-Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen – bei Heirat, Geburt, Gehaltserhöhung.
- Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel): Zahlt bereits bei längerer Krankschreibung (ab Monat 6), ohne dass Berufsunfähigkeit festgestellt sein muss.
- Rückwirkende Leistung: Zahlung rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit, wenn die Feststellung verzögert erfolgt.
- Weltweiter Schutz: Gilt auch bei Auslandseinsätzen und Dienstreisen.
Gesundheitsfragen – der kritische Punkt
Beim Abschluss einer BU müssen Sie alle Vorerkrankungen wahrheitsgemäß angeben. Verschwiegene Erkrankungen können zur Ablehnung im Leistungsfall führen. Als ehemaliger Risikoprüfer kenne ich die Bewertungsunterschiede der Versicherer genau – und finde den Anbieter, der Ihre Gesundheitshistorie am fairsten bewertet.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Orientierung: 70–80 % des Nettoeinkommens. Bei 2.500 € netto wären das ca. 1.750–2.000 € monatlich. Laufende Kosten wie Miete, Kreditraten und Lebenshaltungskosten sollten damit gedeckt sein.